Nachhaltigkeit

Wer sich Gedanken über seine Ernährung macht, denkt oft zuerst an die eigene Gesundheit. Aber was wir essen beeinflusst nicht nur unseren Körper, sondern hat viele weitere Auswirkungen: beispielsweise aufs Klima, auf soziale Produktionsbedingungen oder das Tierwohl. Daher wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Was Sie in Ihrem Alltag rund ums Kochen (mit Kindern) beachten und wo Sie sich tiefergehend informieren können, finden Sie auf dieser Seite zusammengestellt.


Was bedeutet Nachhaltigkeit eigenltich? Kurz zusammengefasst geht es darum, heutige Bedürfnisse zu befriedigen, ohne auf Kosten anderer Menschen und Regionen sowie zukünftiger Generationen zu leben – also Gewinne umwelt- und sozialverträglich zu erwirtschaften. Sie beruht somit auf drei Säulen: Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Eine nachhaltige Ernährungsweise baut auf den drei Säulen auf und nimmt darüber hinaus die Aspekte Gesundheit und Kultur in den Fokus. Wie kann die Umsetzung im (Ess-)Alltag gelingen? Hierzu haben wir zehn Tipps für Sie zusammengestellt.

Neun Tipps, wie Nachhaltigkeit auf dem Teller gelingt

1. Kochen Sie selbst mit frischen Lebensmitteln

Wer Fertigprodukte meidet und lieber selbst mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln kocht, ist bereits nachhaltig!

Der Rat für nachhaltige Entwicklung stellt auf der  Website "Der nachhaltige Warenkorb" viele gute Tipps und Informationen bereit. Die Empfehlungen werden auch themenspezifisch in Flyern zum Herunterladen angeboten, zum Bespiel  "Besser essen und trinken".

2. Verwenden Sie saisonale und regionale Lebensmittel

Regionale und saisonale Produkte haben kürzere Transportwege und weniger Lagerdauer, sie verursachen somit einen geringeren CO²-Ausstoß. Auch geschmacklich bietet das Vorteile: Sie sind beim Kauf frischer und enthalten mehr wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Regionalität wird im Handel oft zur Kennzeichnung von Lebensmitteln verwendet – jedoch ist „Regional“ kein geschützter Begriff. Achten Sie beim Einkauf daher auf konkrete Regions- und Herkunftsangaben. Der regionale Saisonkalender ist unser bester Einkaufsratgeber. Wählen Sie Rezepte und Speisen, die das jahreszeitliche Angebot beachten. Hier gibt es unterschiedliche Angebote, zum Beispiel:

Saisonkalender im PDF-Format als Download

Saisonkalender als App fürs Smartphone

3. Besonders empfehlenswert: Bioprodukte

Der ökologische Landbau schont unsere Umwelt und sorgt für Biodiversität und Artenvielfalt. Beim Kauf dienen Siegel als Orientierung, an denen Sie Bio-Qualität von Produkten erkennen. Eine Übersicht über die wichtigsten Bio-Siegel und ihre Anforderungen bieten Ihnen der  Siegelcheck des NABU oder die Website  Nachhaltiger Warenkorb

4. Gehen Sie bewusst mit tierischen Produkten um

Ein reduzierter Konsum von Fleisch- und Milchprodukten ist sowohl aus ökologischer Sicht als auch für unsere Gesundheit sinnvoll. Tipps und Informationen dazu bieten folgende Seiten:

  • Die  Planetary Health Diet der EAT-Lancet-Kommission ist ein Ernährungsplan, der die Gesundheit von Mensch und Planet gleichermaßen bedenkt. Sie beschreibt einen flexitarischen Ernährungsstil. Das bedeutet: Den größten Anteil der Ernährung machen pflanzliche Produkte aus. Auch tierische Produkte werden verzehrt, jedoch in geringem Maße.  
  • Um Tiere zu halten, werden Ressourcen wie Wasser und Boden verbraucht. Gleichzeitig geht die Tierhaltung (v.a. Rinder) mit Treibhausgasemissionen einher. Auf der Seite von  Weltacker wird veranschaulicht, wie die weltweit verfügbare Fläche pro Person für die Lebensmittelproduktion genutzt werden kann.
  • Die Haltungsformspielt bei der Klimabilanz von Fleisch eine wesentliche Rolle: Wenn Sie Produkte tierischen Ursprungs kaufen, dann achten Sie darauf, dass diese aus artgerechter Haltung stammen. Informationen zu  Siegeln und Kennzeichnungen zu Haltungsform und Tierwohl finden Sie auf der Seite des  Bundeszentrums für Ernährung (BZfE).

Extra-Tipp 1: kostenfreie Bauernhoffahrten

Die Sarah Wiener Stiftung bietet Genussbotschafter:innen über das Projekt  Vom Acker in den Mund! die Möglichkeit, mit einer Kindergruppe einen Biobauernhof zu besuchen. 

Extra-Tipp 2: Unterrichtsmaterialien zur regionalen Wertschöpfungskette

Umfangreiche, kostenfreie Unterrichtsmaterialien zur Wertschöpfungskette von regionalen Bio-Lebensmitteln können Sie sich auf der  Projektseite Meinem Schulessen auf der Spur! der Sarah Wiener Stiftung herunterladen.

5. Bevorzugen Sie Direkterzeuger:innen und Fachgeschäfte

Damit unterstützen Sie die Produktionen und Netzwerke, meist gerechte Löhne und nachhaltige Ökonomie. Durch den Kauf regionaler Produkte werden die lokale Landwirtschaft, Verarbeitungsbetriebe und Vermarkter:innen gestärkt. Die Wertschöpfung bleibt in der Region und somit können Arbeitsplätze gesichert werden. Die regionale Landwirtschaft leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und Förderung von Biodiversität. Beim Kauf auf dem Wochenmarkt oder in Hofläden können Sie sich auch mit Ihren Fragen direkt an die Erzeuger:innen wenden, die oft die Möglichkeit anbieten zu sehen, wie Obst und Gemüse angebaut wird. 
Über  Regioapp oder  Regioportal finden Sie regionale Vermarktungsinaktiven  und Einkaufsmöglichkeiten in Ihrer Nähe.

6. Achten Sie – bei Produkten aus Übersee – auf einen fairen Handel

Einige Lebensmittel lassen sich bei uns nicht regional anbauen – wie zum Beispiel Kakao, Bananen oder Kaffee. Achten Sie bei diesen Produkten auf das Fairtrade-Siegel, es dient als Wegweiser für einen nachhaltigen Einkauf.

Die Produktionsbedingungen in anderen Ländern lassen sich schwer überblicken. Meistens erhalten die Landwirt:innen den geringsten Anteil vom Verkauf des Produktes. Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Produkte, die u.a. folgende Kriterien erfüllen:

  • Stärkung von Kleinbauern und -bäuerinnen
  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Faire Bezahlung durch Vorfinanzierung und Mindestpreise
  • Verlässliche Verträge und transparente Handelsbeziehungen
  • Förderung von sozialen und ökologischen Projekten vor Ort
  • Umweltschonender Anbau

Nähere Infos finden Sie auf der Website von  Fairtrade Deutschland.

7. Vermeiden Sie Verpackungen und Tüten aus Plastik

Greifen Sie zu ressourcenschonenden Mehrwegbeuteln oder Glasschüsseln mit Deckel. Bringen Sie Ihre eigene Verpackung zum Einkauf mit.

Weitere Infos:

  • Was schneidet besser ab bei der Klimabilanz – Konserve oder Glas? Fragen wie diese und weitere interessante Hilfestellungen zum Thema Lebensmittelverpackung gibt es auf der Website des  NABU 
  • Eine gute Alternative zum verpackten Einkauf bieten  Unverpacktläden 

8. Verwenden statt verschwenden

Gehen Sie wertschätzend mit Lebensmitteln um und verbrauchen Sie diese immer komplett!

Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 18 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln landen in Deutschland pro Jahr im Müll. Davon wären zehn Millionen vermeidbar. Etwa 40 Prozent der Lebensmittelverluste entstehen in privaten Haushalten – mehr als die Hälfte davon wäre vermeidbar (vgl. WWF-Studie, 2015). Aber wie? Hier ein paar einfache Tipps:

  • Einkaufszettel schreiben
  • Wochenplaner mit Rezepten einsetzen
  • Lebensmittel richitg lagern (vgl.  Kühlschrankspiel von IN FORM)  
  • Leckere Reste-Essen kochen, Rezepte-Tipps gibt es bei der  Beste-Reste-App  
  • Sinne einsetzen: Lebensmittel halten oft länger als bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum. 
  • Lebensmittel mit (alt-)bewährten Konservierungsmethoden verarbeiten (z.B. Einkochen, Trocknen, Einlegen, Fermentieren)

Mehr Informationen und Anregungen zum Thema finden Sie auf den Seiten der  Verbraucherzentralen,   Zu gut für die Tonne und  Restlos Glücklich.

9. Nehmen Sie sich Zeit zum Kochen und Genießen – auch mit Kindern

Freude am Essen unterstützt den achtsamen Umgang mit unseren Lebensmitteln und der Natur – und steigert so die Wertschätzung.

Gemeinschaftliches Kochen kann hier eine gute Unterstützung sein, die es erleichtert, Lebensmittel kennenzulernen und wertzuschätzen. Es lohnt sich, hierfür Zeit im Alltag einzuplanen und die Erfahrungen an Kinder weiterzugeben!

Kostenfreie Online-Module zum Thema Nachhaltigkeit


Wie können wir Kinder an Kitas und Grundschulen dafür sensibilisieren, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass unser Kauf- und Essverhalten unsere Umwelt beeinflusst? Antworten finden Sie in den vier kostenfreien Online-Modulen  Nachhaltig handeln in Supermarkt und Küche der Sarah Wiener Stiftung. Darin wird das Thema Ernährung ganzheitlich betrachtet – vom Verständnis für die Herkunft und Produktion von Lebensmitteln über den bewussten Konsum bis hin zum ressourcenschonenden Zubereiten. Mit den Lernmodulen erhalten Sie praxisorientierte Informationen und Materialien, um die Themen nachhaltiges Konsumieren und Kochen in den Kita- und Schulalltag zu bringen.


Ein weiteres kostenfreies Selbstlern-Angebot zum Thema bieten die drei Online-Module  Globales Lernen  in der Kita und Schule der Sarah Wiener Stiftung. Wir leben in einer globalisierten Welt. Ganz deutlich wird das, wenn wir unser Ernährungssystem unter die Lupe nehmen und genauer hinschauen: Lebensmittel, die wir einkaufen, stammen nicht nur aus Deutschland, sondern kommen auch von weit her. Was bedeutet das für die Menschen, die sie produzieren? Welche Effekte hat das auf unsere Wirtschaft und die Wirtschaft anderer Länder? Und welche Auswirkungen hat die Globalisierung unseres Ernährungssystems auf die Natur? All diese Fragen lassen sich bereits mit Kindern thematisieren.

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